
Hintergrundwissen
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Kurz-Antwort: Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker dauerhaft zu hoch ist, weil der Körper Insulin entweder gar nicht (Typ 1) oder nicht ausreichend bzw. nicht wirksam genug (Typ 2) produziert. Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung ohne Bezug zum Lebensstil, Typ 2 macht 85–95 % aller Fälle aus und hängt eng mit Ernährung, Gewicht und Bewegung zusammen.
Video: Was ist Diabetes? (FuseSchool, via alugha)
Diabetes gilt vielen als reines „Zucker-Thema“ – dabei steckt weit mehr dahinter. Weltweit hat schätzungsweise jeder elfte Erwachsene Diabetes, wobei ein großer Teil der Fälle unentdeckt bleibt, weil die Symptome besonders bei Typ 2 oft unauffällig sind. Genau deshalb lohnt es sich, die Grundlagen zu verstehen: Was passiert im Körper eigentlich genau, und worin unterscheiden sich die beiden Haupttypen?
Wenn du Kohlenhydrate isst, zerlegt dein Körper sie in Glukose (Traubenzucker). Zusätzlich produziert auch deine Leber Glukose. Damit diese Glukose aus dem Blut in die Körperzellen gelangen kann, wo sie als Energie für Wachstum, Reparatur und alle Lebensprozesse gebraucht wird, braucht es das Hormon Insulin – produziert in der Bauchspeicheldrüse.
Bei Diabetes funktioniert genau dieser Schritt nicht richtig: Entweder fehlt Insulin komplett, oder es ist zwar vorhanden, wirkt aber nicht ausreichend. Die Folge: Glukose reichert sich im Blut an, statt von den Zellen genutzt zu werden – der Blutzucker steigt.
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung: Das körpereigene Immunsystem zerstört die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dadurch steht gar kein Insulin mehr zur Verfügung.
Wichtig zu wissen:
Typ-2-Diabetes macht 85 bis 95 % aller Diabetes-Fälle aus. Hier ist zwar Insulin vorhanden, aber entweder in zu geringer Menge oder die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend darauf (Insulinresistenz).
Wichtig zu wissen:
Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes:
| Typ 1 | Typ 2 | |
|---|---|---|
| Insulin im Körper | gar nicht vorhanden | vorhanden, aber unzureichend oder wirkungslos |
| Ursache | Autoimmunreaktion | Lebensstil- und Risikofaktoren |
| Anteil an allen Fällen | Minderheit | 85–95 % |
| Typisches Erkrankungsalter | meist vor dem 40. Lebensjahr | meist ab 40, zunehmend auch jünger |
| Verlauf der Symptome | plötzlich, deutlich | schleichend, oft unauffällig |
| Behandlung | Insulin (Injektion/Pumpe) | Ernährung, Bewegung, ggf. Medikamente/Insulin |
| Vorbeugung möglich? | nein | ja, durch Lebensstiländerung |
Weil Typ-2-Diabetes eng mit Lebensstilfaktoren zusammenhängt, kann bereits eine moderate Änderung viel bewirken: Schon 30 Minuten leicht anstrengende Bewegung pro Tag können das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um etwa 40 % senken.
Genau hier setzt auch unsere 5%-Regel an: Wer beim Einkauf konsequent auf Produkte mit unter 5 g Zucker pro 100 g achtet, reduziert einen der wichtigsten Risikofaktoren ganz nebenbei im Alltag.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes? Bei Typ 1 produziert der Körper aufgrund einer Autoimmunreaktion gar kein Insulin mehr. Bei Typ 2 ist Insulin vorhanden, wirkt aber nicht ausreichend oder wird nicht in genügender Menge produziert.
Kann man Typ-2-Diabetes vorbeugen? Ja. Regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und eine zuckerbewusste Ernährung senken das Risiko für Typ-2-Diabetes nachweislich – schon 30 Minuten Bewegung täglich können das Risiko um rund 40 % reduzieren.
Kann man Typ-1-Diabetes verhindern? Nein. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung und steht nicht im Zusammenhang mit Ernährung oder Lebensstil, weshalb er sich nicht durch Lebensstiländerungen vorbeugen lässt.
Warum wird Typ-2-Diabetes oft erst spät erkannt? Weil die Symptome im Vergleich zu Typ 1 deutlich schwächer ausgeprägt sind und sich schleichend entwickeln, bleibt Typ-2-Diabetes bei vielen Betroffenen lange unentdeckt.
Video: „Was ist Diabetes?“ von FuseSchool, bereitgestellt via alugha, lizenziert unter CC BY-NC.
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