Skip to main content
5sugar Kostenlos scannen

Hintergrundwissen

Diabetischer Fuß: Ursachen, Warnzeichen und wie du dich wirksam schützt

Teile dieses Inhalts wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.

Kurz-Antwort: Das diabetische Fußsyndrom (DFS) entsteht durch zwei Mechanismen, die häufig gemeinsam auftreten: Nervenschäden (Polyneuropathie), die das Schmerzempfinden im Fuß herabsetzen, und Durchblutungsstörungen (periphere arterielle Verschlusskrankheit), die die Wundheilung verschlechtern. In Deutschland werden jährlich rund 40.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fußes durchgeführt – DFS ist damit die häufigste Ursache für nicht-unfallbedingte Amputationen. Die gute Nachricht: Mit täglicher Selbstkontrolle, professioneller Fußpflege und frühzeitiger ärztlicher Behandlung lässt sich das Risiko drastisch senken.

Was ist das diabetische Fußsyndrom genau?

Zum diabetischen Fußsyndrom zählen alle Verletzungen der Haut unterhalb des Knies, etwa Hautentzündungen, Geschwüre (Ulzerationen) oder andere Zerstörungen der Haut und Hautschichten. Ursache sind meist dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte, die auf zwei Wegen Schäden anrichten:

  • Polyneuropathie: Die häufigste Ursache. Geschädigte Nerven führen dazu, dass Schmerz, Druck oder Temperatur am Fuß schlechter oder gar nicht mehr wahrgenommen werden. Kleine Verletzungen bleiben dadurch oft tagelang unbemerkt.
  • Angiopathie (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK): Durchblutungsstörungen in den Beinen und Füßen verschlechtern die Versorgung des Gewebes zusätzlich, wodurch selbst kleine Wunden nur schwer heilen.

In der Praxis treten beide Mechanismen häufig gemeinsam auf, wodurch sich das Risiko zusätzlich erhöht.

Wie häufig und wie ernst ist das diabetische Fußsyndrom wirklich?

Die Zahlen verdeutlichen, warum dieses Thema so ernst genommen werden sollte:

  • Etwa 14 % aller Menschen mit Diabetes sind jährlich wegen Fußkomplikationen in ärztlicher Behandlung
  • In Deutschland werden jährlich rund 40.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fußes durchgeführt
  • Das diabetische Fußsyndrom gilt laut Deutscher Diabetes Gesellschaft als häufigste Ursache für Amputationen oberhalb des Sprunggelenks in Deutschland
  • Innerhalb von 4 Jahren nach der Amputation eines Beins wird bei über 50 % der Betroffenen auch am zweiten Bein eine Amputation notwendig

Diese Zahlen sind kein Grund zur Panik, sondern ein starkes Argument dafür, Vorsorge ernst zu nehmen – die allermeisten dieser Amputationen gelten als vermeidbar, wenn Warnzeichen früh genug erkannt und behandelt werden.

Frühe Warnzeichen, auf die du achten solltest

Diabetes verläuft schleichend, deshalb sind auch die ersten Anzeichen am Fuß oft unauffällig:

  • Auffällig starke Schwielen
  • Ein Fuß, der sich wärmer oder kälter anfühlt als der andere oder als gewohnt
  • Kribbeln, Taubheitsgefühl oder ein „Ameisenlaufen“ in Zehen oder Fußsohle
  • Vermindertes Schmerzempfinden, etwa wenn kleine Verletzungen nicht spürbar sind

Fortgeschrittene Warnzeichen, die sofortiges Handeln erfordern:

  • Offene Wunden, die nicht innerhalb weniger Tage heilen
  • Fehlstellungen wie Krallenzehen oder ein sogenannter Charcot-Fuß (schmerzlose Fehlstellung durch unbemerkte kleine Brüche)
  • Schwarze Stellen an der Haut – ein alarmierendes Zeichen für abgestorbenes Gewebe, das umgehend ärztlich behandelt werden muss

Wie wird ein diabetischer Fuß diagnostiziert?

In der ärztlichen Praxis kommen standardisierte, meist schmerzfreie Tests zum Einsatz:

  • Monofilament-Test: Ein feiner Nylonfaden wird an mehreren Stellen der Fußsohle aufgesetzt, um zu prüfen, ob Druck noch normal wahrgenommen wird
  • Stimmgabel-Test: Prüft das Vibrationsempfinden als Hinweis auf eine Nervenschädigung
  • Pulskontrolle bzw. Doppler-Untersuchung: Prüft die Durchblutung der Füße
  • Wagner-Armstrong-Klassifikation: Ein anerkanntes System zur Einteilung des Schweregrads bereits bestehender Wunden, das die weitere Behandlung bestimmt

So kannst du dich als Diabetiker im Alltag schützen

  • Füße täglich selbst kontrollieren, am besten mit einem Handspiegel auch die Fußsohle einsehen, um Wunden oder Druckstellen frühzeitig zu entdecken
  • Nie barfuß laufen, auch nicht zuhause, um unbemerkte Verletzungen zu vermeiden
  • Professionelle medizinische Fußpflege (Podologie) in Anspruch nehmen, statt Hornhaut oder Nägel selbst mit scharfen Instrumenten zu bearbeiten
  • Passendes, diabetesadaptiertes Schuhwerk tragen, das ausreichend Platz für die Zehen bietet und Druckstellen vermeidet – bei bereits bestehenden Veränderungen kann dieses ärztlich verordnet werden
  • Socken ohne einschnürende Bündchen wählen und täglich wechseln
  • Blutzucker konsequent einstellen, da ein gut kontrollierter Blutzucker das Fortschreiten von Nerven- und Gefäßschäden nachweislich verlangsamt
  • Nicht rauchen, da Rauchen die Durchblutung zusätzlich verschlechtert

Reicht der Hausarzt, oder brauche ich einen Spezialisten?

Der Hausarzt bzw. die Diabetes-Praxis ist der richtige erste Ansprechpartner für die routinemäßige Fußkontrolle, die im Rahmen der Diabetesbehandlung in der Regel mindestens einmal jährlich erfolgen sollte. Bei bereits erkennbaren Veränderungen – Wunden, Fehlstellungen, Durchblutungsauffälligkeiten – wird jedoch die Überweisung an eine spezialisierte diabetologische Fußambulanz empfohlen. Dort arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Diabetologen, Chirurgen, Radiologen, Orthopäden und Orthopädietechnikern bzw. orthopädischen Schuhmachern eng zusammen, um eine Amputation nach Möglichkeit zu vermeiden. Je früher diese fachübergreifende Behandlung beginnt, desto größer die Chance, dass es gar nicht erst so weit kommt.

Häufige Fragen zum diabetischen Fuß (FAQ)

Was verursacht den diabetischen Fuß? Meist eine Kombination aus Nervenschäden (Polyneuropathie), die das Schmerzempfinden herabsetzen, und Durchblutungsstörungen, die die Wundheilung erschweren.

Wie oft sollte ich meine Füße als Diabetiker kontrollieren lassen? Mindestens einmal jährlich im Rahmen der ärztlichen Diabetesbehandlung, zusätzlich solltest du deine Füße täglich selbst begutachten.

Wann sollte ich sofort zum Arzt, statt abzuwarten? Bei offenen Wunden, die nicht innerhalb weniger Tage heilen, bei Fehlstellungen oder insbesondere bei schwarzen Hautstellen, die auf abgestorbenes Gewebe hindeuten können.

Wie lässt sich eine Amputation vermeiden? Durch tägliche Selbstkontrolle, professionelle Fußpflege, passendes Schuhwerk, eine gute Blutzuckereinstellung und vor allem durch frühzeitige ärztliche Behandlung erster Auffälligkeiten.

Reicht die Behandlung durch den Hausarzt aus? Für die routinemäßige Kontrolle ja. Bei bereits erkennbaren Veränderungen ist die Überweisung an eine spezialisierte diabetologische Fußambulanz mit interdisziplinärem Team empfehlenswert.

Mein Fazit

Der diabetische Fuß gehört zu den Folgeerkrankungen, die besonders unterschätzt werden – dabei zeigen die Zahlen, wie ernst die Lage ist, wenn Warnzeichen übersehen werden. Gleichzeitig ist er auch eine der Folgeerkrankungen, bei denen einfache, alltagstaugliche Maßnahmen nachweislich sehr viel bewirken können: ein täglicher Blick auf die eigenen Füße, das richtige Schuhwerk und der Gang zur Fußambulanz bei den ersten Auffälligkeiten, statt abzuwarten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei Verletzungen oder Veränderungen an deinen Füßen wende dich zeitnah an deine Hausarztpraxis, deine Diabetes-Praxis oder eine Fußambulanz.

unter 5 g Zucker pro 100 g = grün

Steht da zu viel Zucker drin?

Scanne den Barcode im Supermarkt und du siehst sofort, ob ein Produkt die 5-%-Regel schafft. Direkt im Browser, ohne App-Installation.

Jetzt Produkt scannen