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Ratgeber & Tipps

Diagnose Diabetes, was nun? Die ersten Schritte nach dem Schock

Teile dieses Inhalts wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.

Kurz-Antwort: Nach dem ersten Schock zählen vor allem fünf Dinge: den genauen Diabetes-Typ und die Ursache mit der Ärztin oder dem Arzt klären, eine strukturierte Diabetesschulung besuchen, regelmäßige Kontrolltermine (Blutzucker, Blutdruck, Augen, Füße, Nieren) fest einplanen, eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen und sich bewusst Unterstützung suchen – sei es über die Familie, eine Selbsthilfegruppe oder das eigene Diabetes-Team. Der Schockmoment direkt nach der Diagnose ist dabei völlig normal und geht fast allen Betroffenen so.

Mein eigenes „Uff“-Moment

Als ich die Diagnose bekam, war mir sofort mulmig zumute. Meine Mutter hatte Diabetes, und ich kannte aus eigener Anschauung, wie sehr die Erkrankung ihr Leben eingeschränkt hatte. Klar, das lag über 35 Jahre zurück, und die Medizin hat seitdem enorme Fortschritte gemacht – trotzdem war der erste Moment ein echtes „Uff“. Besonders, weil ich nicht stark übergewichtig war, keinen Alkohol trank, nicht rauchte und mich – so dachte ich zumindest immer – bereits gesund ernährte. Genau dieses Gefühl, obwohl man doch eigentlich „alles richtig gemacht hat“, teilen sehr viele Menschen bei der Diagnose.

Der erste Schock ist normal – und geht vorbei

Menschen, die frisch die Diagnose Diabetes erhalten, berichten immer wieder von denselben Gefühlen: Angst, Unsicherheit, manchmal auch Wut oder Traurigkeit, verbunden mit der Frage, wie es jetzt weitergehen soll. Das ist eine ganz normale erste Reaktion auf eine chronische Diagnose, kein Zeichen von Schwäche. Mit der Zeit und mit den richtigen Informationen wandelt sich dieses Gefühl bei den meisten Betroffenen spürbar – hin zu einem Gefühl von Kontrolle und Handlungsfähigkeit.

Meine eigene Antwort: die Flucht nach vorne

Mein persönliches „was nun“ war die Flucht nach vorne: alles daransetzen, um zumindest ohne Insulin auszukommen und so uneingeschränkt wie möglich zu bleiben. Diese Herangehensweise ist keineswegs unrealistisch – wie wir bereits in unserem Artikel zur Ernährung bei Typ-2-Diabetes gezeigt haben, erreichten in einer großen Studie 86 % der Teilnehmenden mit einem Gewichtsverlust von über 15 kg innerhalb weniger Jahre nach der Diagnose eine Remission. Die Chancen stehen also gerade direkt nach der Diagnose besonders gut, aktiv Einfluss zu nehmen.

Die wichtigsten ersten Schritte

1. Diabetes-Typ und Ursache klären lassen Nicht jeder Diabetes ist gleich. Lass dir von deiner Ärztin oder deinem Arzt genau erklären, um welchen Typ es sich handelt und welche Werte (HbA1c, Nüchternblutzucker) zur Diagnose geführt haben – das ist die Grundlage für alles Weitere.

2. Eine strukturierte Diabetesschulung besuchen In Deutschland gibt es zertifizierte, auf der Nationalen VersorgungsLeitlinie basierende Schulungsprogramme, oft eingebettet in ein strukturiertes Behandlungsprogramm (Disease Management Programm). Dort lernst du alles von der Blutzuckermessung über die Ernährung bis zum Umgang mit Unterzuckerungen – frag aktiv bei deiner Praxis nach einem passenden Programm.

3. Feste Kontrolltermine einplanen Nach der Diagnose werden Blutzuckerwerte zunächst in kürzeren Abständen kontrolliert, danach in der Regel vierteljährlich (HbA1c, Blutdruck, Gewicht). Dazu gehören außerdem die jährliche augenärztliche Kontrolle sowie regelmäßige Kontrollen von Füßen und Nierenwerten, wie wir in unseren Artikeln zu Diabetes und den Augen sowie zum diabetischen Fuß bereits ausführlich beschrieben haben.

4. Eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen Wie ich selbst in unserem Artikel zur Ernährungsberatung beschrieben habe, überschätzen viele Menschen – auch ich damals – wie bewusst sie sich tatsächlich schon ernähren. Eine Fachperson deckt genau die kleinen, unscheinbaren Stellschrauben auf, die man selbst übersieht.

5. Ein Blutzuckertagebuch beginnen Ob handschriftlich oder per App: Die regelmäßige Dokumentation von Blutzuckerwerten, Mahlzeiten, Bewegung und Befinden hilft dabei, eigene Muster zu erkennen und mit der Behandlung Schritt zu halten.

6. Unterstützung aktiv suchen Der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in einer Selbsthilfegruppe, hilft vielen Menschen, sich mit der neuen Diagnose weniger allein zu fühlen. Wie wir im Artikel zu Diabetes-Distress beschrieben haben, ist die emotionale Belastung durch die tägliche Selbstkontrolle real und weit verbreitet – sie offen anzusprechen, ist ein wichtiger erster Schritt.

Was sich seit der Diabetes-Diagnose meiner Mutter alles verändert hat

Es lohnt sich, sich bewusst zu machen, wie viel sich in der Diabetesbehandlung seit damals getan hat: modernere Insulinpräparate mit deutlich besser vorhersagbarer Wirkung, kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM) statt ausschließlich einzelner Messungen, ein viel besseres Verständnis von Folgeerkrankungen und deren Vorbeugung sowie strukturierte Schulungs- und Betreuungsprogramme, die es früher in dieser Form schlicht nicht gab. Die Diagnose Diabetes heute ist nicht die Diagnose von vor 35 Jahren.

Häufige Fragen zur Diabetes-Diagnose (FAQ)

Ist es normal, nach der Diagnose erstmal einen Schock zu erleben? Ja, das ist eine sehr häufige und normale erste Reaktion. Mit der Zeit und mit den richtigen Informationen wandelt sich dieses Gefühl bei den meisten Betroffenen in Richtung Handlungsfähigkeit.

Was sollte ich als Allererstes nach der Diagnose tun? Kläre mit deiner Ärztin oder deinem Arzt den genauen Diabetes-Typ und suche aktiv nach einer strukturierten Diabetesschulung in deiner Region.

Muss ich sofort Insulin spritzen? Das hängt vom Diabetes-Typ und den individuellen Werten ab. Bei Typ-2-Diabetes lässt sich der Bedarf durch Ernährung und Bewegung oft zunächst hinauszögern oder sogar vermeiden.

Wie oft muss ich nach der Diagnose zur Kontrolle? Zunächst in kürzeren Abständen, danach meist vierteljährlich für Blutzucker, Blutdruck und Gewicht, ergänzt um jährliche augenärztliche sowie regelmäßige Fuß- und Nierenkontrollen.

Kann ich die Diagnose Diabetes durch meinen Lebensstil noch beeinflussen? Ja, gerade in der Zeit direkt nach der Diagnose sind die Chancen auf eine deutliche Verbesserung oder sogar Remission besonders gut, wie Studien zur Ernährungsumstellung zeigen.

Mein Fazit

Der erste Schock nach der Diagnose ist normal – und er muss nicht das letzte Gefühl bleiben, das du mit Diabetes verbindest. Mit einer klaren Ursachenklärung, einer guten Schulung, festen Kontrollterminen, professioneller Ernährungsberatung und echter Unterstützung aus deinem Umfeld lässt sich aus dem ersten „Uff“ eine aktive, selbstbestimmte Auseinandersetzung mit der Erkrankung machen – genau das war für mich der Anfang von allem, was am Ende auch zu 5Sugar geführt hat.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei einer frischen Diabetes-Diagnose sprich deine nächsten Schritte immer mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem Arzt ab.

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