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Ratgeber & Tipps

Anlaufstellen für Diabetiker: Wer hilft wirklich weiter?

Teile dieses Inhalts wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.

Kurz-Antwort: Nach der Diagnose sind die wichtigsten ersten Anlaufstellen die eigene Hausarztpraxis sowie eine Diabetes-Schwerpunktpraxis, die sich über die Arztsuche der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) finden lässt. Ergänzend gibt es spezialisierte Anlaufstellen für Ernährungsberatung, Fußbehandlung, psychologische Unterstützung und Bewegung, dazu offizielle Informationsportale wie diabinfo.de und diabetesDE, Selbsthilfegruppen sowie rechtliche Anlaufstellen wie das Versorgungsamt für einen möglichen Schwerbehindertenausweis.

Warum die richtigen Anlaufstellen so entscheidend sind

Direkt nach der Diagnose geht einem sehr viel durch den Kopf – und genau in dieser Phase ist es wichtig, sich gut zu informieren und die richtigen Weichen zu stellen. Das gelingt aber nur, wenn man weiß, an wen man sich für welches Anliegen überhaupt wenden kann. Diabetes betrifft eben nicht nur die Ärztin oder den Arzt, sondern reicht von der Ernährungsberatung über Bewegung und Psyche bis zu rechtlichen und finanziellen Fragen.

Ärztliche Anlaufstellen

  • Hausarztpraxis: Der erste Ansprechpartner nach der Diagnose und für die laufende Basisbetreuung
  • Diabetes-Schwerpunktpraxis (Diabetologie): Über die Arztsuche der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) lässt sich bundesweit nach niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten suchen, die DDG-Mitglieder sind
  • Augenarzt: Für die jährliche Kontrolle der Netzhaut, wie wir in unserem Artikel zu Diabetes und den Augen beschrieben haben
  • Podologie und diabetologische Fußambulanzen: diabetesDE führt eine Übersicht aller DDG-zertifizierten Fußbehandlungseinrichtungen; ergänzend koordiniert die Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG die interdisziplinäre Versorgung bei Fußkomplikationen
  • Nephrologie/Dialysepraxen: Relevant, wenn sich im Rahmen der Nachsorge Hinweise auf eine eingeschränkte Nierenfunktion zeigen – die Überweisung erfolgt in der Regel über die Diabetes-Praxis oder Hausarztpraxis

Beratung und Schulung

  • Ernährungsberatung: Über den Verband der Diätassistenten (VDD) oder den Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM), wie wir bereits in unserem Artikel zur Ernährungsberatung ausführlich beschrieben haben
  • Diabetesschulungen: Häufig eingebettet in ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) der Krankenkasse
  • Apotheken: Bieten vielerorts zusätzliche Diabetes-Beratung an, etwa zu Messgeräten oder zum Umgang mit Medikamenten

Psychologische Unterstützung

Wie wir im Artikel zu Diabetes-Distress beschrieben haben, ist die emotionale Belastung durch die tägliche Selbstkontrolle real und weit verbreitet. diabetesDE führt eine Übersicht von Psychotherapeut:innen mit Fachrichtung Diabetes – ein offenes Gespräch mit der Diabetes-Praxis über diesen Bedarf ist der einfachste erste Schritt dorthin.

Bewegung und Sport

Statt eines x-beliebigen Fitnessstudios lohnt sich der gezielte Blick auf spezialisierte Angebote: diabetesDE listet Reha-Sportgruppen, die ärztlich verordnet und von entsprechend geschultem Personal begleitet werden – besonders empfehlenswert für den Einstieg, wie wir bereits in unserem Artikel zu Sport und Bewegung beschrieben haben.

Selbsthilfe und Austausch

Der Austausch mit anderen Betroffenen wird von vielen als sehr entlastend empfunden. Sowohl diabetesDE als auch diabinfo.de bieten einen Selbsthilfegruppen-Finder an, über den sich lokale Gruppen in der eigenen Region finden lassen – von klassischen Präsenztreffen bis zu virtuellen Stammtischen und Foren für alle, die lieber online Anschluss suchen.

Offizielle Informationsportale

PortalTräger/Ausrichtung
diabinfo.deOffizielles deutsches Diabetes-Informationsportal von Helmholtz Munich, Deutschem Diabetes-Zentrum und Deutschem Zentrum für Diabetesforschung
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe (diabetesde.org)Gemeinnützige Dachorganisation, die Interessen von Betroffenen, Ärzt:innen, Forschenden und Diabetesberater:innen bündelt
Deutsche Diabetes Gesellschaft, DDG (ddg.info)Wissenschaftliche Fachgesellschaft mit Arzt- und Klinik-Suche sowie den aktuellen Behandlungsleitlinien

Krankenkasse und Versicherung

Es lohnt sich, aktiv bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, welche strukturierten Behandlungsprogramme (DMP) und Beratungsangebote zur Verfügung stehen – die Angebote unterscheiden sich zwischen den Kassen teils spürbar. Auch die Kostenübernahme für Ernährungsberatung oder Hilfsmittel wie CGM-Systeme sollte direkt erfragt werden, da die Voraussetzungen variieren können.

Arbeitgeber und rechtliche Anlaufstellen

Bei einem hohen Therapieaufwand kann ein Schwerbehindertenausweis relevant werden. Diesen beantragst du beim zuständigen Versorgungsamt, wo eine Amtsärztin oder ein Amtsarzt den Grad der Behinderung (GdB) einschätzt. Als schwerbehindert gilt, wer einen GdB von mindestens 50 erreicht – das betrifft insbesondere Menschen, die täglich mindestens vier Insulininjektionen benötigen, deren Dosis sie selbst an Ernährung, Bewegung und Blutzucker anpassen müssen, und die dadurch spürbar in ihrer Lebensführung eingeschränkt sind. Der Status bringt konkrete Vorteile mit sich: besonderen Kündigungsschutz über das Integrationsamt, fünf zusätzliche bezahlte Urlaubstage sowie das Recht, Mehrarbeit abzulehnen. Vor der Antragstellung lohnt sich eine gute Beratung, etwa im Rahmen einer Diabetesschulung oder durch eine Selbsthilfegruppe.

Häufige Fragen zu Anlaufstellen für Diabetiker (FAQ)

Wo finde ich eine Diabetes-Schwerpunktpraxis in meiner Nähe? Über die Arztsuche der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) auf ddg.info lässt sich bundesweit nach spezialisierten Praxen suchen.

Wo finde ich eine Selbsthilfegruppe? Sowohl diabetesDE als auch diabinfo.de bieten einen Selbsthilfegruppen-Finder mit klassischen Präsenzgruppen und Online-Angeboten.

Habe ich mit Diabetes automatisch Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis? Nein. Ein GdB von mindestens 50 ist Voraussetzung, was in der Regel eine intensive Insulintherapie mit mindestens vier täglichen Injektionen und selbst angepasster Dosierung sowie eine spürbare Einschränkung der Lebensführung voraussetzt.

Wo bekomme ich Hilfe bei psychischer Belastung durch Diabetes? diabetesDE führt eine Übersicht spezialisierter Psychotherapeut:innen mit Fachrichtung Diabetes – ein erster Ansprechpartner kann auch die eigene Diabetes-Praxis sein.

Welches Portal ist die offizielle, geprüfte Informationsquelle zu Diabetes in Deutschland? diabinfo.de gilt als das offizielle deutsche Diabetes-Informationsportal, getragen von Helmholtz Munich, dem Deutschen Diabetes-Zentrum und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung.

Mein Fazit

Diabetes gut zu bewältigen bedeutet nicht, alles allein herauszufinden – es gibt für nahezu jedes Anliegen eine spezialisierte, gut erreichbare Anlaufstelle, von der Ernährungsberatung über psychologische Unterstützung bis zu rechtlichen Fragen rund um den Arbeitsplatz. Der wichtigste erste Schritt ist oft einfach zu wissen, dass diese Anlaufstellen existieren – und aktiv nachzufragen, statt sich allein durchzukämpfen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche, rechtliche oder psychologische Beratung.

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