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Hintergrundwissen

Diabetes Typ 3? Was ist das denn schon wieder?

Teile dieses Inhalts wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.

Kurz-Antwort: „Diabetes Typ 3“ ist kein offizieller, anerkannter Diabetes-Typ, sondern ein von der Forscherin Suzanne de la Monte um 2005/2008 geprägter Begriff für eine Insulinresistenz im Gehirn, die eng mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht wird. Die zugrunde liegende Forschung ist real und in Fachjournalen veröffentlicht – der Name selbst ist aber eher eine wissenschaftliche Metapher als eine offizielle Diagnose. Nicht verwechseln solltest du das mit dem echten, medizinisch anerkannten Diabetes Typ 3c, der durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse entsteht.

Woher kommt dieser verwirrende Begriff?

Die Forscherin Suzanne de la Monte vom Rhode Island Hospital in den USA beschrieb ab etwa 2005 gemeinsam mit ihrem Team eine auffällige Beobachtung: Im Gehirn von Alzheimer-Patient:innen liegt eine gestörte Insulinwirkung vor, ähnlich wie bei Typ-2-Diabetes, nur eben lokal im Gehirn statt im ganzen Körper. Um diese Parallele zu verdeutlichen, prägte sie um 2008 den Begriff „Diabetes Typ 3“ für diese zerebrale, also das Großhirn betreffende, Form der Insulinresistenz.

Wichtig zu wissen: Diese Bezeichnung ist kein offizieller medizinischer Diagnosebegriff, wie ihn die WHO oder Fachgesellschaften anerkennen würden, sondern eine von der Forschung vorgeschlagene, bildhafte Umschreibung. Du wirst diese Diagnose deshalb nirgends offiziell in deiner Patientenakte finden.

Verwechslungsgefahr: Das ist nicht dasselbe wie Diabetes Typ 3c

Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es tatsächlich einen echten, medizinisch anerkannten „Typ 3c“-Diabetes – auch pankreatogener Diabetes genannt. Dieser hat mit Alzheimer nichts zu tun, sondern entsteht durch Erkrankungen oder Schädigungen der Bauchspeicheldrüse selbst, etwa durch eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Mukoviszidose oder eine operative Entfernung von Teilen der Bauchspeicheldrüse. Er wird häufig fälschlich als Typ-2-Diabetes eingeordnet, obwohl die Behandlung sich unterscheiden kann. Die Alzheimer-bezogene „Diabetes Typ 3“-Hypothese und der echte Typ-3c-Diabetes haben also außer der ähnlichen Bezeichnung nichts gemeinsam.

Was genau passiert im Gehirn?

Bei der Alzheimer-Erkrankung ist die Verwertung von Glukose im Gehirn deutlich verringert – sichtbar gemacht werden kann das in bildgebenden Verfahren mittels PET-Scan. Besonders betroffen ist der Hippocampus, die für unser Gedächtnis zentrale Gehirnregion. Diese gestörte Energieversorgung der Nervenzellen gilt als sehr frühes Ereignis, das der eigentlichen Alzheimer-Symptomatik um Jahre bis Jahrzehnte vorausgehen kann.

Ein Mangel an Insulin im Gehirn kann dabei mehrere schädliche Prozesse begünstigen:

  • Verlust der synaptischen Plastizität (der Anpassungsfähigkeit von Nervenverbindungen)
  • Vermehrte Amyloid-Beta- und neurofibrilläre Ablagerungen – typische Kennzeichen der Alzheimer-Erkrankung
  • Mangel am Botenstoff Acetylcholin
  • Oxidativer Stress und Entzündungsprozesse im Gehirn

Was zeigt die Studienlage?

Die Rotterdam-Studie ermittelte bereits in den 1990er-Jahren bei Menschen mit Diabetes ein etwa doppelt so hohes Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes. Spätere Forschung zeigte zudem, dass diese Insulinresistenz im Gehirn auch isoliert auftreten kann – es gibt also auch Alzheimer-Patient:innen mit gestörter Hirn-Insulinwirkung, die selbst nie an Typ-2-Diabetes erkrankt waren. Tierversuche deuten außerdem darauf hin, dass Typ-2-Diabetes die typischen Alzheimer-Veränderungen (Amyloid-Plaques, Tau-Pathologie) beschleunigen kann.

Wer ist betroffen, und spielt das Alter eine Rolle?

Da die Alzheimer-Erkrankung selbst überwiegend Menschen ab etwa 65 Jahren betrifft, überschneidet sich auch die „Diabetes Typ 3“-Forschung mit dieser Altersgruppe. Entscheidend ist aber: Der zugrunde liegende Prozess einer gestörten Hirn-Insulinwirkung beginnt Studien zufolge bereits Jahre bis Jahrzehnte vor den ersten sichtbaren Symptomen – die eigentlichen Weichen werden also oft schon im mittleren Lebensalter gestellt. Die Forschung dazu ist international und nicht auf eine bestimmte Weltregion beschränkt, mit wichtigen Arbeiten unter anderem aus den USA (Rhode Island Hospital) und den Niederlanden (Rotterdam-Studie).

Ist „Diabetes Typ 3“ heilbar?

Nein, aktuell gibt es keine Heilung – weder für Alzheimer im Allgemeinen noch spezifisch für die zerebrale Insulinresistenz. Es gibt aber interessante, bislang noch nicht abschließend bestätigte Behandlungsansätze:

  • Eine kombinierte Behandlung mit Insulin und oralen Antidiabetika führte in Studien zu deutlich weniger Amyloid-Plaques in typischen Alzheimer-Hirnregionen
  • Gehirngängige Statine (z. B. Atorvastatin, Simvastatin) waren in epidemiologischen Studien mit einer reduzierten Alzheimer-Rate verbunden
  • Die genetische Variante ApoE4 scheint eine Rolle dabei zu spielen, wer auf solche Antidiabetika-basierten Ansätze besser anspricht – die Studienlage dazu ist aber noch uneinheitlich

Diese Ansätze gelten als vielversprechende Forschungsrichtungen, nicht als etablierte, heilende Standardtherapie.

Wie solltest du dich verhalten?

Auch wenn „Diabetes Typ 3“ keine offizielle Diagnose ist, liefert die dahinterstehende Forschung einen sehr konkreten, handlungsrelevanten Hinweis: Eine gute Einstellung von Blutzucker und Insulinresistenz ist einer von mehreren beeinflussbaren Risikofaktoren für eine spätere Demenzerkrankung. Das deckt sich mit vielem, was wir bereits an anderer Stelle beschrieben haben – regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und eine konsequente Diabetesbehandlung wirken sich nicht nur auf den Blutzucker, sondern möglicherweise auch auf die langfristige Gehirngesundheit aus. Manche Fachleute diskutieren zusätzlich eine ketogene bzw. Low-Carb-Ernährung als möglicherweise unterstützenden Ansatz für die Gehirngesundheit – die Studienlage dazu ist derzeit aber noch nicht ausreichend gesichert, um daraus eine feste Empfehlung abzuleiten. Bei ernsthaften Sorgen um die eigene kognitive Gesundheit ist der Weg zur Ärztin oder zum Arzt in jedem Fall der richtige erste Schritt.

Häufige Fragen zu „Diabetes Typ 3“ (FAQ)

Ist Diabetes Typ 3 eine offizielle medizinische Diagnose? Nein. Es handelt sich um eine von der Forschung geprägte Metapher für eine Insulinresistenz im Gehirn, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht wird – keine offiziell anerkannte Diabetes-Klassifikation.

Ist Diabetes Typ 3 dasselbe wie Diabetes Typ 3c? Nein, das wird häufig verwechselt. Typ 3c ist ein echter, anerkannter Diabetes, der durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse entsteht. „Diabetes Typ 3“ bezieht sich dagegen auf eine Insulinresistenz im Gehirn im Zusammenhang mit Alzheimer.

Bedeutet Typ-2-Diabetes automatisch ein höheres Alzheimer-Risiko? Studien wie die Rotterdam-Studie zeigen ein etwa doppelt so hohes Alzheimer-Risiko bei Menschen mit Diabetes – ein erhöhtes Risiko ist also belegt, eine automatische Erkrankung ist damit aber nicht gemeint.

Kann man die im Gehirn ablaufende Insulinresistenz behandeln oder heilen? Eine Heilung gibt es aktuell nicht. Kombinierte Behandlungen mit Insulin und oralen Antidiabetika zeigten in Studien aber vielversprechende Effekte auf typische Alzheimer-Veränderungen im Gehirn.

Was kann ich konkret tun, um mein Risiko zu senken? Eine gute Blutzuckereinstellung, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung gelten als beeinflussbare Faktoren, die sich sowohl auf Diabetes als auch möglicherweise auf das spätere Demenzrisiko auswirken.

Mein Fazit

„Diabetes Typ 3“ ist kein Buzzword ohne Substanz, aber auch kein offiziell anerkannter, vierter Diabetes-Typ neben 1, 2 und 3c. Es handelt sich um eine ernstzunehmende, wissenschaftlich fundierte Forschungsrichtung, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Alzheimer beschreibt – verpackt in einen Namen, der zwar eingängig, aber auch verwirrend ist. Für den Alltag zählt am Ende weniger die exakte Bezeichnung als die praktische Konsequenz: Ein gut eingestellter Blutzucker könnte sich langfristig nicht nur auf Herz, Nieren und Augen auswirken, sondern möglicherweise auch auf die Gesundheit deines Gehirns.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

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