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Ratgeber & Tipps

Nutri-Score und Diabetes: Wie zuverlässig ist die Ampel wirklich?

Teile dieses Inhalts wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.

Kurz-Antwort: Der Nutri-Score ist eine sinnvolle erste Orientierung, aber kein Ersatz für den gezielten Blick auf den Zuckerwert. Das offizielle deutsche Diabetes-Informationsportal diabinfo.de stellt dazu ausdrücklich klar: Der Nutri-Score wurde für die Gesamtbevölkerung entwickelt und ist „für Personengruppen, die gezielt auf einzelne Nährstoffe achten müssen oder möchten, nicht geeignet“. Genau das trifft auf Diabetiker zu, die vor allem den Zuckerwert im Blick behalten müssen. Ein gutes Beispiel dafür sind deine Salt-&-Vinegar-Chips: kaum Zucker, aber Fett, Salz und Kalorien drücken den Score trotzdem oft nach unten – die Ampel zeigt also nicht, woran es konkret liegt.

Wie der Nutri-Score überhaupt berechnet wird

Der Nutri-Score verrechnet für jedes Produkt pro 100 g bzw. 100 ml mehrere Werte miteinander: Ungünstige Bestandteile wie Kalorien, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz erhalten Punkte von 0 (optimal) bis 40 (ungünstig), günstige Bestandteile wie Obst- und Gemüseanteil, Ballaststoffe und Proteine werden dagegen von der Gesamtpunktzahl abgezogen. Aus der Gesamtsumme ergibt sich eine der fünf Kategorien von A (dunkelgrün, beste Bewertung) bis E (rot, schlechteste Bewertung).

Was sich seit der Aktualisierung 2024 verändert hat

Seit Anfang 2024 gilt ein überarbeiteter Algorithmus, der Zucker und Salz strenger bewertet als zuvor. Besonders relevant für uns: Getränke werden inzwischen nach einem eigenen Algorithmus berechnet, bei dem nur noch Wasser die beste Bewertung A erhalten kann. Auch Süßstoffe in Getränken werden jetzt eigens negativ bewertet, damit der reine Austausch von Zucker gegen Süßstoffe nicht automatisch zu einer besseren Bewertung führt – ein Punkt, der sich mit dem deckt, was wir bereits in unserem Süßungsmittel-Artikel beschrieben haben: Nicht jeder Süßstoff ist automatisch unproblematisch.

Warum der Nutri-Score für Diabetiker nur bedingt geeignet ist

Diabinfo.de bringt es auf den Punkt: Der Nutri-Score wurde ausdrücklich für die Gesamtbevölkerung entwickelt, nicht für Menschen, die gezielt auf einzelne Nährstoffe achten müssen oder möchten. Für diese Gruppe – und genau dazu zählen wir als Diabetiker – bleibt laut diabinfo.de „weiterhin ein Blick auf die ausführliche Nährwerttabelle notwendig“. Der Grund: Der Nutri-Score zeigt nur eine verrechnete Gesamtbewertung, aber nicht die einzelnen Werte, aus denen sie sich zusammensetzt. Ein Produkt kann ein B erhalten, weil es viele Ballaststoffe hat, obwohl der Zuckerwert für sich genommen bereits über unserer 5%-Regel liegt.

Die Chips-Falle: Wenn der Score aus ganz anderen Gründen schlecht ist

Deine Salt-&-Vinegar-Chips sind ein perfektes Beispiel dafür, wie der Nutri-Score in die Irre führen kann – nur eben andersherum als bei klassischen Süßigkeiten. Chips enthalten kaum Zucker, dafür aber viel Fett, Salz und Kalorien. Das kann dazu führen, dass der Nutri-Score trotzdem bei C oder D landet – nicht wegen des Zuckers, sondern wegen ganz anderer Werte. Für dich als Diabetiker heißt das: Der Zuckerwert ist bei diesem Produkt vermutlich unproblematisch, andere Werte wie Salz sind es dafür möglicherweise nicht – eine Unterscheidung, die der einzelne Buchstabe allein nicht sichtbar macht.

Weitere Grenzen, die du kennen solltest

  • Nur Vergleiche innerhalb derselben Produktkategorie sind sinnvoll – Chips lassen sich sinnvoll mit anderen Chips vergleichen, nicht aber mit einer völlig anderen Lebensmittelgruppe.
  • Unverarbeitete Lebensmittel tragen häufig gar keinen Nutri-Score – frisches Obst, Gemüse oder Kräuter benötigen keine Nährwertkennzeichnung und werden deshalb meist gar nicht bewertet, obwohl sie oft die beste Wahl sind.
  • Alkoholische Getränke sind vom Nutri-Score ausgenommen.
  • Die Kennzeichnung ist in der EU weiterhin freiwillig – nicht jeder Hersteller nutzt sie, und du kannst dich deshalb nicht darauf verlassen, überall einen Score vorzufinden.

Wie du den Nutri-Score als Diabetiker sinnvoll nutzt

  • Als groben ersten Filter innerhalb einer Produktkategorie, um schnell zwischen mehreren ähnlichen Produkten vorzusortieren
  • Immer ergänzt um einen Blick auf den Zuckerwert der Nährwerttabelle, wie in unserem Artikel zum 5%-Trick beschrieben – das bleibt für Diabetiker der eigentlich entscheidende Wert
  • Bei Snacks wie Chips zusätzlich Fett- und Salzwert prüfen, da hier eher diese Werte als der Zucker den Score beeinflussen
  • Bei Getränken auf Süßstoffe achten, die im neuen Algorithmus zwar mitbewertet werden, aber nicht dieselbe Aussagekraft wie ein direkter Blick auf den glykämischen Index haben, wie wir in unserem Süßungsmittel-Artikel beschrieben haben

Häufige Fragen zu Nutri-Score und Diabetes (FAQ)

Ist der Nutri-Score für Diabetiker nutzlos? Nein, aber er reicht allein nicht aus. Als erste, grobe Orientierung innerhalb einer Produktkategorie ist er hilfreich, ersetzt aber nicht den Blick auf den konkreten Zuckerwert.

Warum bekommen zuckerarme Chips trotzdem einen schlechten Nutri-Score? Weil neben Zucker auch Fett, Salz und Kalorien in die Gesamtbewertung einfließen – bei Chips sind größtenteils diese Werte, nicht der Zucker, ausschlaggebend für einen schlechteren Score.

Zeigt der Nutri-Score, wie viel Zucker in einem Produkt steckt? Nein, er zeigt nur eine verrechnete Gesamtbewertung. Der genaue Zuckerwert steht weiterhin nur in der Nährwerttabelle auf der Rückseite.

Werden Süßstoffe beim Nutri-Score berücksichtigt? Ja, seit der Aktualisierung 2024 werden Süßstoffe in Getränken eigens negativ bewertet, damit der reine Austausch von Zucker gegen Süßstoffe nicht automatisch zu einer besseren Bewertung führt.

Kann ich mich beim Einkaufen allein auf ein grünes A oder B verlassen? Nicht vollständig – ein gutes Gesamtergebnis sagt nichts darüber aus, ob ein einzelner für dich wichtiger Wert wie Zucker tatsächlich niedrig ist.

Mein Fazit

Der Nutri-Score ist ein guter erster Kompass, aber für Diabetiker eben nur das: ein erster Hinweis, keine abschließende Antwort. Wie diabinfo.de selbst bestätigt, ersetzt er für Menschen, die gezielt auf einen einzelnen Nährstoff wie Zucker achten müssen, nicht den Blick auf die ausführliche Nährwerttabelle. Am zuverlässigsten fährst du, wenn du den Nutri-Score als groben ersten Filter nutzt und danach gezielt selbst nachschaust – oder direkt zur 5Sugar-App greifst, die genau diesen zweiten Schritt für dich übernimmt.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ernährungsmedizinische Beratung.

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