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Hintergrundwissen · Ratgeber & Tipps

Was haben meine Augen mit Diabetes zu tun? Soll ich öfter zum Augenarzt?

Teile dieses Inhalts wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.

Kurz-Antwort: Ja, unbedingt. Menschen mit Diabetes sollten mindestens einmal jährlich zur augenärztlichen Kontrolle, bei bestehenden Netzhautveränderungen häufiger, in der Schwangerschaft sogar etwa alle drei Monate. Der Grund: Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die feinen Blutgefäße der Netzhaut und kann zur diabetischen Retinopathie führen – in den Industrienationen die häufigste Ursache für Erblindung im erwerbsfähigen Alter. Das Tückische daran: Sie verläuft anfangs fast immer völlig unbemerkt.

Die eindringliche Empfehlung deines Arztes war goldrichtig

Wenn dein Arzt dir direkt nach der Diagnose geraten hat, umgehend zum Augenarzt zu gehen, hat er genau das Richtige getan. Viele Menschen mit Diabetes haben diesen Zusammenhang tatsächlich nicht auf dem Schirm – dabei gehört er zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen überhaupt, sobald die Diagnose feststeht.

Warum Diabetes den Augen schadet

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt auf Dauer kleine Blutgefäße im gesamten Körper – die Netzhaut im Auge gehört zu den am empfindlichsten reagierenden Bereichen. Es kommt zu Gefäßveränderungen, kleinen Blutungen, Eiweißablagerungen und Durchblutungsstörungen. Schreitet dieser Prozess fort, bildet der Körper krankhafte neue Blutgefäße, die in den Glaskörper hineinwuchern können – mit dem Risiko für massive Blutungen und irreversible Netzhautschäden bis zur Erblindung.

Die wichtigsten diabetesbedingten Augenerkrankungen

  • Diabetische Retinopathie: Schädigung der kleinen Netzhautgefäße, die häufigste und bekannteste diabetesbedingte Augenerkrankung
  • Diabetisches Makulaödem: Eine Komplikation der Retinopathie, bei der sich Flüssigkeit in der Makula ansammelt – dem Bereich des schärfsten Sehens, der für Lesen, Gesichtererkennung und Farbsehen zuständig ist
  • Katarakt (grauer Star): Eine Trübung der Augenlinse, die bei Diabetes deutlich häufiger und oft früher auftritt
  • Glaukom (grüner Star): Eine Schädigung des Sehnervs, meist durch erhöhten Augeninnendruck – das Risiko ist bei Diabetes etwa doppelt so hoch wie bei stoffwechselgesunden Menschen
  • Trockenes Auge und Lidrandentzündungen: Weniger bekannt, aber ebenfalls bei Diabetes gehäuft zu beobachten

Wie häufig sind diese Augenerkrankungen wirklich?

Die Zahlen unterstreichen, wie relevant das Thema ist:

  • Eine diabetische Retinopathie liegt bei etwa 9 bis 16 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes und bei etwa 24 bis 27 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes vor
  • Etwa jede dritte Person mit Diabetes über 40 Jahren zeigt bereits Anzeichen einer diabetischen Retinopathie
  • Das Risiko für Glaukom oder Linsentrübung ist bei Diabetes etwa doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Diabetes
  • Das Auftreten hängt stark von der Diabetesdauer und der Qualität der Blutzuckereinstellung ab

Das Tückische: keine Frühwarnzeichen

Die diabetische Retinopathie verläuft anfangs fast immer völlig unbemerkt. Sehstörungen treten in der Regel erst bei bereits fortgeschrittenen Netzhautschäden auf, etwa als:

  • Langsame, schleichende Abnahme der Sehschärfe (z. B. durch Makulaveränderungen oder eine beginnende Katarakt)
  • Plötzliche, deutliche Sehverschlechterung – ein Warnsignal, das auf eine Blutung in den Glaskörper oder eine Netzhautablösung hindeuten kann und sofortige augenärztliche Behandlung erfordert

Genau weil frühe Stadien keine Beschwerden verursachen, lässt sich eine Retinopathie nicht durch Abwarten und Beobachten der eigenen Sehkraft erkennen, sondern nur durch eine gezielte Untersuchung beim Augenarzt.

Wie oft solltest du zum Augenarzt?

  • Nach der Diagnose Typ-2-Diabetes: möglichst umgehend, da die eigentliche Stoffwechselstörung zu diesem Zeitpunkt oft schon länger unentdeckt bestand
  • Nach der Diagnose Typ-1-Diabetes: spätestens innerhalb von 5 Jahren
  • Ohne bestehende Augenveränderungen: in der Regel einmal jährlich
  • Bei bereits festgestellten Veränderungen: entsprechend häufiger, nach Empfehlung der Augenärztin oder des Augenarztes
  • Während einer Schwangerschaft bei bestehendem Diabetes: etwa alle drei Monate

Was passiert bei der Untersuchung?

Die augenärztliche Kontrolle ist unkompliziert und schmerzfrei: Zunächst wird die Pupille mit speziellen Augentropfen erweitert, damit der Augenhintergrund vollständig einsehbar ist. Anschließend untersucht die Ärztin oder der Arzt die Netzhaut auf Mikroblutungen, Gefäßveränderungen oder Flüssigkeitseinlagerungen. Bei Verdacht auf ein Makulaödem können zusätzliche bildgebende Verfahren wie eine optische Kohärenztomographie zum Einsatz kommen. Nach der Untersuchung ist das Sehen durch die geweiteten Pupillen für einige Stunden unscharf, weshalb aktives Autofahren direkt danach nicht empfehlenswert ist.

Was passiert, wenn eine Veränderung entdeckt wird?

Die gute Nachricht: Wird eine Retinopathie oder ein Makulaödem rechtzeitig erkannt, stehen heute wirksame Behandlungen zur Verfügung:

  • Laserkoagulation: gezielte Veröden krankhafter Gefäßbereiche der Netzhaut
  • Intravitreale Injektionen: Medikamente (Anti-VEGF-Wirkstoffe oder Kortisonpräparate), die direkt in den Glaskörper gespritzt werden, um Gefäßwucherungen und Flüssigkeitseinlagerungen zu behandeln – im ersten Behandlungsjahr sind dafür meist etwa 9, im zweiten Jahr etwa 6 Injektionen nötig
  • Vitrektomie: eine Operation zur Entfernung des Glaskörpers bei fortgeschrittenen Blutungen oder Netzhautablösung

Seit Einführung der intravitrealen Medikamente ist die Erblindungshäufigkeit durch diabetische Netzhauterkrankungen um etwa 70 % zurückgegangen – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie wichtig frühzeitige Erkennung und Behandlung sind.

Wie du dein Risiko selbst senken kannst

Die wirksamste Vorbeugung ist eine gute Einstellung der Grunderkrankung:

  • Blutzucker möglichst im empfohlenen Zielbereich halten
  • Blutdruck regelmäßig kontrollieren und behandeln lassen, da Bluthochdruck die Netzhautgefäße zusätzlich belastet
  • Augenärztliche Kontrolltermine konsequent wahrnehmen, auch ganz ohne Beschwerden

Häufige Fragen zu Diabetes und den Augen (FAQ)

Warum schädigt Diabetes ausgerechnet die Augen? Weil dauerhaft erhöhter Blutzucker die feinen Blutgefäße der Netzhaut schädigt – ähnlich wie er auch Nieren, Nerven und größere Gefäße im Körper belastet.

Muss ich wirklich jährlich zum Augenarzt, auch wenn ich nichts merke? Ja. Die diabetische Retinopathie verläuft in frühen Stadien fast immer beschwerdefrei – nur eine gezielte Untersuchung kann sie rechtzeitig erkennen.

Ist eine diabetische Retinopathie heilbar? Nein, aber gut behandelbar. Ziel der Behandlung ist es, ein Fortschreiten zu verhindern und die Sehkraft zu erhalten, nicht bereits entstandene Schäden vollständig rückgängig zu machen.

Welche Warnzeichen sollte ich ernst nehmen? Eine plötzliche, deutliche Sehverschlechterung ist ein Notfallsignal und sollte sofort augenärztlich abgeklärt werden. Eine langsame Abnahme der Sehschärfe sollte ebenfalls zeitnah untersucht werden.

Kann ich einer diabetischen Augenerkrankung vorbeugen? Die wirksamste Vorbeugung ist eine gute Blutzucker- und Blutdruckeinstellung in Kombination mit regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen, unabhängig davon, ob bereits Beschwerden bestehen.

Mein Fazit

Die Empfehlung, nach der Diagnose umgehend zum Augenarzt zu gehen, ist keine Vorsichtsmaßnahme, sondern eine der wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen bei Diabetes überhaupt. Gerade weil diabetesbedingte Augenschäden so lange unbemerkt bleiben, ist die jährliche Kontrolle kein optionales Extra, sondern gehört genauso zur Diabetesbehandlung wie die Blutzuckermessung selbst.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle augenärztliche Beratung. Vereinbare bei bestehendem Diabetes regelmäßige Kontrolltermine bei deiner Augenärztin oder deinem Augenarzt.

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